• 11.09.20 | 14:23
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Bundesförderung: Die bisher geförderten bayerischen Projekte

Die großvolumige Bundesförderung für Computerspiele startet am 28. September. Grund genug für uns, einen Blick zurück zu werfen: Aus der Pilotphase gibt es mittlerweile über 200 Förderprojekte, die laufen oder unmittelbar am Start stehen; vier weitere sind schon abgeschlossen. Unter den geförderten Spielen befinden sich auch einige bayerische Projekte, die wir euch hier im Artikel vorstellen.

17 Projekte aus Bayern wurden bisher durch das BMVI gefördert; davon stellen 16 Unternehmen Informationen zur Verfügung. Von VR-Spielen über historische Themen bis hin zu Casual Games – die Bandbreite an Inhalten und Mechaniken ist vielfältig. Auch die Firmen sind ganz unterschiedlich und über den gesamten Freistaat verteilt. Einige davon sind keine Förderneulinge, sondern wurden schon vom FFF Bayern unterstützt.

Vom eingetragenen Kaufmann bis hin zur GmbH & Co. KG

Bildquellen: Elaborate Games e.K.; NeoBird GmbH & Co. KG

Das Würzburger Studio Elaborate Games e.K. erhielt für sein schon vom FFF-gefördertes PC-Spiel Civitates 127.727 Euro vom BMVI. In diesem Genremix zwischen Grand Strategy und Wirtschaftssimulation Spieler erkunden die Spieler zufallsgenerierte Welten, sie gründen Städte, errichten Gebäude und bauen eine florierende Wirtschaft auf. Übrigens: Als eingetragener Kaufmann kann man bei Phase 2 der Bundesförderung keine Einreichungen mehr tätigen.

Die NeoBird GbmH & Co. KG aus Nürnberg arbeiten gerade an dem Puzzle-Plattformer World-Splitter. Jedes Level besteht hier aus zwei parallelen Welten, die durch einen vom Spieler kontrollierbaren Dimensionsspalt getrennt sind. Die Förderumme beträgt hier 138.630 Euro.

Abtauchen in virtuelle Realitäten

Bildquellen: VR Skater Logo Draft, 2020 DEFICIT Games GmbH; Sweet Surrender VR / Salmi GmbH; k5 Factory GmbH

Gleich drei VR-Games befinden sich unter den Projekten:

Die unterfränkische DEFICIT Games GmbH entwickelt ihr Sportspiel VR Skater weiter. 74.939 Euro erhielt das Spiel, das echtem Skateboarding nachempfunden ist. Der Spieler steht hier selbst auf dem virtuellen Brett und muss seine Skills auf dem Weg zum Profi-Skater unter Beweis stellen. Die Konzeptentwicklung von VR Skater wurde vom FFF Bayern gefördert.

Das VR-Action-Spiel Sweet Surrender VR der Münchner Salmi GmbH lässt den Spieler in seinem ganz eigenen, kreativen Spielstil temporeiche Wettkämpfe austragen. Im Zentrum der Entwicklung stehen ein agiles Bewegungssystem sowie eine realistische Physik-Engine.

Die Science-Fiction-Fans unter euch haben bestimmt den Film ANON von Andrew Niccol mit Clive Owen und Amanda Seyfried gesehen. Zu diesem entwickelt K5 Factory in München ein VR Spin-Off mit dem Titel ANON VR, das den Spieler in das Universum des Sci-Fi-Nour-Thrillers einlädt. 200.000 Euro gab es dafür.

Von düster bis bunt

Bildquellen: Reality Twist GmbH; DU&I UG (haftungsbeschränkt); Zockrates Labs UG; upjers GmbH;

Etwa ähnlich düster wie in ANON VR wird es wohl in Iteration X. Reality Twist aus München nehmen sich hier des Romans Hologrammatica an: Der Spieler ist gefangen in einer sich ständig wiederholenden Simulation und muss sich gegen eine mächtige KI durchsetzen, um sich zu befreien. Zentrale spielerische Elemente beinhalten strategische Vorausschau und Exploration.

Mindestens im Titel dunkel ist Venice after Dark von der Weltenwandler Designagentur aus Grasbrunn in der Nähe von München. In dem Novel-Adventure schlüpft der Spieler in die Rolle der südkoreanischen Aiko, die als „Expat“ für ein deutsches IT-Unternehmen künstliche Intelligenzen programmiert.

In dunkle Tiefen führen uns Du&I mit ihrem schon vom FFF geförderten Puzzle Dungeon. Die Münchner verbinden in dem Rätselspiel klassisches Line Puzzle mit atmosphärischer Dungeon Exploration in einem düsteren, mittelalterlichen Fantasy-Setting. Das BMVI steuert 33.127 Euro für die Entwicklung bei.

Farbenfroh im wahrsten Sinne des Wortes wird es bei Riverside von Zockrates Laboratories aus Nürnberg, das mit 65.100 Euro gefördert wurde. In dem handgezeichneten 3rd-Person Adventure können die Spieler die Spielwelt eindrucksvoll gestalten, indem sie den Look und damit auch die Funktionen der Welt verändern. Phantasie und Vorstellungskraft sollen hier ganz besonders angesprochen werden.

Upjers aus Bamberg entwickeln einen nicht so tödlichen, sondern vielmehr freundlichen und bunten Jurassic Park. Im Spiel Dino Park baut der Spieler einen Freizeitpark mit Dinosauriern auf, um möglichst viele Besucher anzulocken. Dabei muss er sich um die Dinos kümmern, sie füttern, mit ihnen spielen und sie pflegen. Neben den Gehegen für die Urzeittiere finden sich in dem Park weitere Attraktionen für die Gäste sowie Verpflegungsstände. Dafür gab es die Maximalsumme von 200.000 Euro.

Gemeinsam Spielen

Bildquellen: Reiterhof, Markt + Technik Verlag GmbH; Intellivision Europe; Intellivision Europe

Eine grenzübergreifende Produktion zeichnet Mein Reiterhof – Pferde Turniere, Abenteuer aus. Der bayerische Markt + Technik Verlag (Burgthann) sowie Independent Arts Software aus dem nordrhein-westfälischen Hamm arbeiten gemeinsam an dem unterhaltsamen Pferdespiel für Mädchen mit witzigen Reiterspielen, einem eigenen Gestüt mit einem Stall voller Pferde und einer riesigen offenen Spielwelt. Zusammengespielt werden kann in einem lokalen Multiplaer-Modus. Gefördert wurde das Spiel mit 85.366 Euro.

Zwei Mal in Intellivision Entertainment Europe vertreten. Die Nürnberger Niederlassung erhielt Förderung für zwei Spiele, die auf der neuen Intellivision-Amico-Konsole erscheinen werden: SNAFOO ist die Neuauflage eines klassischen Videospiels und erhielt 84.301 Euro Förderung. Es handelt sich um ein familiengerechtes Geschicklichkeitsspiel, das schnelle Reaktionen erfordert und bei dem bis zu vier Spieler gegeneinander antreten. BIPLANES ist ebenfalls eine Weiterentwicklung eines „Vintage“-Spiels. Bei einem rasanten Flug-Action-Spiel können bis zu acht Spieler gleichzeitig dabei sein. Hier belief sich die Fördersumme auf 78.768 Euro.

Ein Blick in die Vergangenheit

Bildquellen: Conquista Games UG (haftungsbeschränkt); totally not aliens UG; Jerry-Projektbild / BIT BARONS GmbH

Die Münchner Conquista Games UG nimmt uns mit in das 17. Jahrhundert, genauer gesagt in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Das Echtzeit-Strategiespiel 1630 – The Thiry Years War wurde mit einer Fördersumme von 70.000 Euro unterstützt. Während man mit Musketieren, Pikenieren, Kanonieren, Kavalleristen und zahlreichen Spezialeinheiten um den Sieg kämpft, lernt man spielerisch über die Taten von Gustav Adolf, Wallenstein und Tilly.

Um den Ersten Weltkrieg geht es in All Quiet in the Trenches, das mit 122.687 Euro gefördert wurde. Die Nürnberger Totally Not Aliens setzen sich intensiv mit dem Grabenkrieg an der Westfront auseinander. Als Unteroffizier balanciert der Spieler auf dem schmalen Grat zwischen Moral und Pflicht. Seine Taten verändern schließlich nicht den Krieg, sondern das Leben der Soldaten.

Über den Ozean und in die Vergangenheit geht es bei Jerry McPartlin – The Flute of Anaza. Das ein 2D-Adventure von den Bit Barons aus Eckentalt ist im US-amerikanischen Süden der späten 1950er-Jahre angesiedelt. Während der Held die radikalen kulturellen Veränderungen seiner Zeit erlebt, taucht er tief in die Mythen der verschwundenen Anasazi-Indianer ein. 92.400 Euro gab es hierfür.

Startschuss am 28. September 2020

Ganz genau heißt die Pilotphase übrigens „De-minimis-Beihilfe zur Computerspieleentwicklung des Bundes“. Diese Bezeichnung bedeutet, dass Firmen maximal 200.000 Euro abrufen können. Das ändert sich nun aber mit der neuen Förderung ab Herbst. Dort könnt ihr wesentlich mehr Geld für eure Projekte abrufen. Schaut euch dazu auch die verschiedenen Workshops an, die das BMVI und der game anbieten. Wir haben die Informationen dazu für euch gesammelt.